Grosspapi
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In liebevoller Erinnerung an meinen Vater und Colin's Grosspapi!

geboren am 16. August 1927

gestorben am 29. April 2008

 

Dies ist der Lebenslauf von meinem Vater und meine Schwester hat ihn
für die Beerdigung geschrieben:

 

Lebenslauf Josef Tschümperlin (16.8.1927-29.4.2008)

 

Josef, mit Rufnamen Sepp, Tschümperlin wurde am 16. August 1927 in Alpthal bei Einsiedeln als ältester Sohn geboren. Zwei Jahre später folgte seine Schwester Ruth. Noch als Sepp ein Bub war, wurde sein Vater durch einen Arbeitsunfall invalid, so dass die Mutter als Damenschneiderin für Lebensunterhalt der Familie aufzukommen hatte. Bereits mit 14 Jahren musste Sepp von der Schule abgehen und zu arbeiten anfangen, um ebenfalls zum kargen Familienbudget beizutragen. Sepp’s sicher nicht immer einfache Kindheit und Jugendzeit haben ihn wohl mit jenen Eigenschaften geprägt, die ihn sein Leben lang ausgezeichnet haben: einfach, bescheiden, genügsam.

 

Als junger Erwachsener arbeitete Sepp als Lastwagen-Chauffeur und hatte in dieser Zeit auch Gelegenheit seinen Hobbies, zum Beispiel dem Motorrad- und Skifahren nachzugehen. Davon zeugen verschiedene Fotos und auch einige Anekdoten, die er zu erzählen wusste, etwa von spektakulären Unfällen, die aber glücklicherweise immer glimpflich ausgingen.

 

Mit gut 30 hat Sepp seine Frau, Dora Schlatter, kennengelernt und 1959 wurde der erste Sohn, Josef (Sepp) Junior, geboren. Etwa zur gleichen Zeit zog die junge Familie nach Zürich und Sepp trat eine neue Arbeitsstelle als Verkaufswagen-Chauffeur bei Migros an. Dabei sollte es sich um seinen „Traumjob“ handeln, blieb er doch bis zu seiner Pensionierung am gleichen Ort und stets mit viel Loyalität und Freude tätig. 1962 und 65 wurden die Kinder Roland und Alexandra geboren. 1977 folgte schliesslich die Nachzüglerin Silvia.

 

Sepp’s Leben war geprägt durch Arbeit und er hat das Tätig sein auch geliebt. Wohl kaum je ist er seiner Arbeitsstelle einen Tag ferngeblieben. Falls er einmal krank war, dann höchstens am Wochenende oder in den Ferien. Weiter zählte die Gartenarbeit zu Sepp’s grossen Leidenschaften. Zuerst jahrelang in seinem Schrebergarten und ab 1993 – mit dem Umzug nach Reinach – dann um’s Haus herum. Ansonsten widmete er sich in seiner Freizeit der Familie, hat häufig gekocht, etwa seine legendären Schnitzel mit Tomaten-Spaghetti und Rüeblisalat. Allen seinen Kindern hat er seine liebsten Hobbies, das Skifahren und das Jassen, beigebracht. Auch seine Lieblingsmusik, die Ländlermusik, wollte er seinen Kindern gerne Nahe bringen. Allerdings waren diese Bemühungen – anders als beim Skifahren und Jassen – von wenig Erfolg gekrönt.

 

Kurz nach seiner Pensionierung wurde Sepp zum ersten Mal ernsthaft krank und musste sich einer Herz-Operation unterziehen, die lebensgefährliche Komplikationen mit sich brachte. Dass er sich von dieser Strapaze nach einiger Zeit wieder so gut erholte, dass er seinen Lebensabend und insgesamt 6 Enkelkinder noch lange und rüstig geniessen konnte, war für alle ein schönes Geschenk.

 

Obwohl sich seine Demenz-Erkrankung vor ein, zwei Jahren langsam bemerkbar machte, konnte er – vor allem auch Dank der geduldigen Unterstützung seiner Frau Dora – noch bis vor zwei Monaten zu Hause sein. Das ermöglichte es ihm sich täglich stundenlang in seinem geliebten Garten aufzuhalten – auch wenn sich seine Aktivitäten für den Geschmack mancher Leute in letzter Zeit etwas gar heftig auf’s Herunterschneiden konzentrierten.

 

Sepp wird uns in Erinnerung bleiben als fröhlicher, lebensfroher Mensch, der mit dem, was er in seinem Leben getan und erreicht hat, zufrieden war. Diese Zufriedenheit, diesen Seelenfrieden hat er auch ausgestrahlt und das ist für uns heute ein tröstlicher Gedanke, der uns den Abschied erleichtert.