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Der
Geburtsbericht:
Am 29.12.2009 gegen 23 Uhr Abends fing es
mit den ersten leichten Wehen an. Ich konnte die ganze Nacht nicht
schlafen und spazierte in der ganzen Wohnung herum. Also versuchte ich
mich mit etwas Hausarbeit und im Internet surfen abzulenken. Ich war
irgendwie auch froh die ersten Wehen zu haben, da es ein gutes Zeichen
war dass es einerseits losgehen kann und andererseits mein Wunsch auf
eine natürliche Geburt in Erfüllung gehen könnte. Gegen acht Uhr Morgens
rief ich dann im Spital an um mich für das geplante CTG anzumelden und
da ich schon leichte Wehen hatte wollten sie mich auch raschmöglichst
sehen. Also ging ich ins Spital und das CTG zeigte die Wehen an und auch
die Herztöne des Babys waren gut. Es schien also als ob das Baby gut
damit zurecht kommt, allerdings war der Muttermund immernoch
verschlossen auch wenn die Hebamme meinte dass sich auf jedenfall etwas
täte. Nun konnte ich wieder nach Hause und war erleichtert dass alles in
Ordnung ist. Doch die Wehen liessen nicht nach und so war ich den ganzen
Tag damit beschäftigt obwohl ich eigentlich todmüde war. So kam es dann
dass ich gegen Abend nochmals ins Spital musste und da der Muttermund
erst ganz leicht geöffnet war gab mir die Hebamme zwei Zäpfchen um die
Wehen zu lindern. Sie meinte dass es wichtig wäre wenn ich diese Nacht
wenigsten wieder mal schlafen könnte da ich sonst zu erschöpft wäre wenn
es richtig losgeht. Also ging ich wieder heim, nahm die Zäpfchen
und ging schon bald mal ins Bett. Doch mit schlafen wurde nichts denn
jetzt wurden die Wehen immer stärker und von Stunde zu Stunde nahmen die
Schmerzen zu. Somit gab auch dies wieder eine Freinacht und um 04.30 Uhr
ging ich wieder ins Spital. Martin blieb zu Hause denn auch er hatte
fast die ganze Nacht nicht geschlafen. Wir beschlossen dass wenn Colin
am Morgen erwacht, er ihn unserer Kollegin bringt und dann zu mir ins
Spital kommt. Im Spital wurde ich gleich wieder ans CTG gehängt und die
Hebamme untersuchte mich. Der Muttermund war nun 4cm geöffnet und dem
Baby ging es gut. Allerdings meinte sie dass es sich durchaus noch etwas
hinziehen würde und somit versuchte ich die Wehen so gut als möglich zu
veratmen. Das schlimmste jedoch war wohl die Müdigkeit da ich zwischen
den Wehen jeweils fast eingeschlafen bin, aber die Abstände waren so
kurz dass es mir nicht gelang. Nun wurden die Schmerzen immer schlimmer
und die Hebamme versuchte mit massieren mir etwas zu helfen. Gegen 7 Uhr
Morgens war dann Schichtwechsel bei den Hebammen und es kam eine andere
zu mir. Sie meinte dann dass mir evt. ein Bad gut tun könnte und liess
das Wasser in die Wanne ein. Ich schaffte es jedoch kaum mich
auszuziehen da die Wehen immer heftiger wurden. Als ich dann im Wasser
war beruhigten sich die Wehen für einen kurzen Moment was mich schon
etwas erfreute, doch kaum gefreut ging es wieder in einem Höllentempo
weiter. Die Hebamme kontaktierte dann meinen Arzt um zu fragen ob wir
eine PDA machen können damit ich etwas von den Schmerzen erlöst werde.
Er stimmt dem zu und die Hebamme leitete dies gleich in die Wege. Sie
half mir dann wieder aus der Wanne um mich auf die PDA vorzubereiten.
Sie schloss mich nochmals an das CTG an und untersuchte nochmals den
Muttermund. Dann die Überraschung: Der Muttermund war vollständig
geöffnet und die Hebamme meinte dass es keinen Sinn mehr mache eine PDA
vorzunehmen da bis dann das Kind wohl schon da sei. Dies beruhigte mich
jedoch gar nicht denn ich war zu sehr mit den Wehen beschäftigt und
wusste nun auch dass es nicht besser werden würde. Also informierte die
Hebamme gleich meinen Arzt dass die Geburt nun wohl kurz bevorstehe und
rief auch gleich Martin an, der jedoch das Telefon nicht abnahm. Also
kam sie wieder zu mir und fragte nach der Natelnummer. Nur mit grosser
Mühe schaffte ich es ihr wärend der Wehen die Nummer anzugeben. Doch
auch dort ging Martin nicht ran, was mir allerdings in diesem Moment gar
nichts ausmachte da ich zu sehr mit der Geburt beschäftigt war. Nun kam
auch der Arzt um mich zu untersuchen was äusserst unangenehm war da mir
sonst schon alles weh tat. Doch es wurde immer heftiger und auch auf dem
Steissbein verspürte ich nun einen ungemeinen Druck der mich fast in die
Verzweiflung trieb. Die Hebamme vermutete noch dass es sich bei dem Baby
um einen "Sternenkuker" handelt und es deshalb relativ schwer durch den
Geburtskanal ging. Aber auch das half mir nun ja nichts und somit
starteten wir die ersten Pressversuche was mir aber enorm schwer fiel da
die Kraft schon deutlich nachgelassen hatte und ich einfach nur müde
war. Nach dem zweiten mal pressen meinte die Hebamme dass die bereits
den Kopf fühlen könne und es deutlich vorwärts ginge. Doch der Arzt
meinte dass er wohl noch nachhelfen müsse da ich nicht mehr genug Kraft
habe. Somit presste ich nochmals so stark ich konnte, der Arzt machte
den Dammschnitt und das Baby wurde mit Hilfe der Saugglocke um 09.20 Uhr
geboren. Nun wusste ich es war so gut wie vorbei, das Baby ist da und
die Schmerzen vorbei. Leider war es nicht ganz so denn der Dammriss
musste noch genäht werden was auch nicht gerade angenehm war und ich
hatte enorme Rückenschmerzen. Doch es half mir sehr dass ich nun mein
Baby auf meiner Brust liegen hatte und ich wusste dass alles ein Ende
haben würde. Als auch die Wunde vernäht war meinte der Arzt dass es
leider trotz Dammschnitt auch noch gerissen habe und deshalb eine
ziemlich grosse Wunde entstanden sei. Doch ich war jetzt einfach froh
dass ich mein Kind im Arm hatte und alles andere würde schon wieder
werden. Also rief ich Martin an der ganz verschlafen das Telefon abnahm
und es kaum glauben konnte als ich sagte dass das Baby da sei. Er meinte
dass er gleich Colin wecken würde und sie beide zu uns kommen. Die
Hebamme räumte auch gleich alles auf und machte noch extra sauber damit
es Colin nicht erschrecken würde. Ich genoss in der Zwischenzeit mein
Kind und wartete auf meine beiden anderen Männer. Es dauerte auch gar
nicht lange da waren sie da und Colin kam kaum aus dem Staunen heraus.
Er durfte dann Martin zuschauen wie sein Bruder Lenny Dylan gebadet
wurde was ihm sichtlich gut gefiel. Ja,
soviel zu meinem Geburtserlebnis. Ich bin nun in der Lage zwei Arten der
Geburt zu beurteilen da ich ja bei Colin einen Kaiserschnitt hatte. Ich
muss jedoch klar feststellen dass ich die natürliche Geburt bevorzuge
auch wenn die Wehen wirklich heftig waren und ich oft dachte wie ich mir
das freiwillig antun konnte. Jedoch ging es mir nach der Geburt wieder
recht gut bis auf die leichten Schmerzen der Dammnaht und die Müdigkeit.
Zudem konnte ich mich schon von Anfang an um das Baby kümmern was beim
Kaiserschnitt nicht wirklich möglich war, da es mir einerseits sehr
schlecht war und ich starke Schmerzen von der Operation hatte weshalb
ich die ersten drei Tage kaum etwas tun konnte.
Das wichtigste jeoch ist nun dass wir zwei
gesunde Jungs haben und wir sind sehr dankbar für unseren Colin wie auch
unseren Lenny! |